Das Natursportprogramm der Naturfreunde in Wiesbaden nimmt Fahrt auf

Vergangenes Jahr im September haben die Naturfreunde in Wiesbaden ihr neues Haus auf dem Freudenberg eingeweiht.

Nun sollen schrittweise neue Angebote geschaffen werden, um den Verein für eine möglichst breite Bevölkerungsschicht attraktiv zu machen.

Schritt eins beginnt nun mit interessanten Angeboten im Natursportbereich:

After Work Paddeln im Schiersteiner Hafen und auf dem Rhein

In Kooperation mit dem Wassersportverein Schierstein werden wir immer dienstags ab 18:30 Uhr im Schiersteiner Hafen und je nach Können der Mitpaddler auch zu den Auen und Stränden im Rhein paddeln. Boote und weiteres Material ist vor Ort.

Anfänger sind herzlich willkommen.
Wir beginnen am 31. Mai 2016
Treffpunkt: Wassersportverein Schierstein (WVS), Christian-Bücherstr. 18 - Biergarten

Im Biergarten des WVS können wir dann auch nach dem Paddeln den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Wer Interesse und Lust auf ungezwungene Paddelabende vor der Haustür hat, melde sich bei uns.

Wanderwoche in der Rhön

Im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen, umringt von kargen Kuppen, steilen, bis zu 950 m hohen Bergen und schaurigen, mystischen Hochmooren liegt der Ausgangspunkt für Wanderungen, die wir in verschiedenen Gruppen (je nach Leistungsvermögen) unternehmen. 
Anreise: In Eigenregie, Teilnehmerbeitrag: 230,- Euro (EZ +35,- Euro) für Übernachtung mit HP, zuzügl. evtl. Kosten für Eintritte und Führungen.

Kanutour auf der Lahn am 2.-3.Juli 2016

Im Rahmen des Familienprogramms bieten die Naturfreunde eine Kanutour auf der Lahn von Weilburg bis zum Lahntalhaus in Vilmar an.

Wer möchte kann dort auf der Zeltwiese übernachten. Nach dem Paddeln lassen wir den Abend gemütlich ausklingen und Grillen gemeinsam.

Die Leihgebühr für die Kanus beträgt 5 Euro für Kinder und 10 Euro für Erwachsene.

Kletter-Einführungsworkshop in Kooperation mit der VHS-Wiesbaden am 17.-18. Juni 2016

Klettern ist Trendsport – hier könnt ihr mit viel Spaß und unter fachlicher Leitung den Einstieg finden.

Erster Tag in der Kletterhalle, zweiter Tag am Fels im Morgenbachtal / Mittelrheintal.

Das Angebot ist für Anfänger und Interessierte ohne Vorerfahrung geeignet.

Kurs-Nr. L86770, Kursleitung Klettertrainer Daniel Reichmann
Kursgebühr 76 Euro
Anmeldung über die VHS Wiesbaden


Mensch und Natur -
Semesterschwerpunkt der vhs Wiesbaden mit den NaturFreunden

Der Übergang von der monarchistisch-autoritär verfassten zur republikanisch-demokratischen Gesellschaftsordnung nach dem 1. Weltkrieg führte ab 1918 in Deutschland auch zu einer Umwälzung der Volksbildung: Nicht mehr die Wissensvermittlung von oben, sondern das selbst erarbeitete Wissen mündiger Menschen sollte im Vordergrund stehen. Reichsweit wurden Volkshochschulen als demokratische Bildungseinrichtungen gegründet, die sich bewusst auf die unterdrückten demokratischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts und deren Bildungsbemühungen bezogen.

Die Volkshochschule Wiesbaden e.V. wurde am 9.1.1921 im Wiesbadener Rathaus als Verein gegründet. Eine frühere Gründung war durch die französische Besatzungsmacht unterbunden worden. An der Gründung waren sowohl Gruppierungen der Arbeiterbewegung als auch bürgerliche Kreise, vor allem der Philologenverband, beteiligt. Wichtigster Repräsentant war Johannes Maaß, Volksschullehrer, Sozialdemokrat und ehrenamtlicher Stadtrat für Schule und Kultur.

Das Bildungsprogramm, veröffentlicht als „Blätter der Wiesbadener Volkshochschule“, wandte sich an die „geistig Suchenden in allen Volksschichten“. Dass diese auch erreicht wurden, zeigt eine frühe Statistik aus dem Jahr 1921.

Als Ziel wurde die „allgemeine öffentliche Geistespflege für Erwachsene“ formuliert. „Mündige Menschen für eine mündige Zeit“ nannten es Johannes Maaß. Die Arbeitsgemeinschaften der Volkshochschule wurden verstanden „als Grundeinheiten des demokratischen Volksstaats.“

Im Laufe der Weimarer Zeit wurden die Lehrgänge für Arbeitslose immer wichtiger, während gleichzeitig der öffentliche Zuschuss immer geringer und schließlich 1931 ganz gestrichen wurde. Die Lehrkräfte arbeiteten in dieser Zeit ohne Honorar, um den Arbeitslosen die Teilnahme an den Lehrgängen zu ermöglichen.

Im Jahr 1933 wurde die Volkshochschule von den Nazis verboten und geschlossen, und Johannes Maaß, Geschäftsführer und Vorsitzender in einer Person und bekannt als aktiver Nazi-Gegner, seiner Ämter enthoben, aus dem öffentlichen Schuldienst entlassen und unter Polizeiaufsicht gestellt. Nach dem 20. Juli 1944 wurde Maaß verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau gebracht, wo er Verhöre und Folterungen über sich ergehen lassen musste.

Im Jahr 1945 wurde Maaß hauptamtlicher Stadtrat für Volksbildung und Kultur und eröffnete am 2. Juni 1946 zusammen mit Dr. Franz Götting, Direktor der Nassauischen Landesbibliothek, der auch von 1956 bis 1968 vhs-Vorsitzender war, die Volkshochschule Wiesbaden wieder.

1953 starb Johannes Maaß an den Folgen der Lagerhaft. Die Tatsache, dass er, wie auch Götting und unser Ehrenvorsitzender Professor Böhme, entschiedene Gegner der Naziherrschaft waren, ist uns eine bleibende Verpflichtung.

In diesem Jahr feiert die vhs zwei Jubiläen: 95 Jahre Gründung und 70 Jahre Wiedergründung!

Mit den Naturfreunden verbindet die vhs Vielfältiges: die demokratische Tradition, das Eintreten gegen die Nazis, durch die beide Organisationen verboten wurden, das fortdauernde Engagement für demokratische Bildung, Politik und Kultur, die Förderung der interkulturellen Begegnung und Völkerverständigung und die Pflege unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Wie in der Weimarer Zeit sind die Naturfreunde Mitglied der vhs und Kooperationspartner.

Das Semesterthema „Mensch und Natur“ verdankt wesentliche Anregungen und Beiträge den Wiesbadener Naturfreunden. Die Veranstaltungen „Lebensraum Weinberg“, „Wanderung durch die Streuobstwiesen“ und „Kiesgrube Delkenheim“ veranstalten wir gemeinsam.

Besonders hervorzuheben ist die Veranstaltung mit Prof. Dr. Kai Niebert, Biologe und Hochschul- lehrer für Nachhaltigkeit an den Universitäten Zürich und Lüneburg, der am Dienstag, 30. August 2016, 19 Uhr, im Wiesbadener Rathaus den Eröffnungsvortrag halten wird. Sein Thema lautet: „Die Natur im Zeitalter des Menschen – Ist Nachhaltigkeit möglich?“ Kai Niebert ist stellvertretender Bundesvorsitzender der Naturfreunde.

Herzlich willkommen! Berg frei!
Hartmut Boger

Hartmut Boger
Hartmut Boger, 63, seit 1989 Direktor der vhs Wiesbaden und Leiter des Fachbereichs „Gesellschaft und Alltag“, wo er auch Seminare zu Politik, Philosophie und Poesie anbietet. Er ist Ehemann, Vater und Großvater. Ehrenamtlich engagiert er sich vor allem in der Akademie für Ältere, im Partner- schaftsverein Wiesbaden - Istanbul/Fatih und im Freiwilligenzentrum, drei Vereinen also, die er auch mit gegründet hat, und bei der Wiesbaden- Stiftung. In der Freizeit spielt er Kontrabass in mehreren Duos und Bands. Er ist seit 24 Jahren Mitglied der NaturFreunde in Wiesbaden.