Rosensingen in Corona

Rosensingen in Corona

Wegen Corona fiel im Frühling das monatliche Naturfreunde-Singen aus. Und doch trafen wir uns dreimal zum Singen vor einem Altenheim, als wir eine unserer Mitsängerinnen nicht mehr im Heim besuchen konnten.

Singen und Musizieren in Altenheimen und Krankenhäusern ist bei vielen Naturfreundegruppen Tradition, so zum Beispiel auch bei den Naturfreunden Mainz. Meistens finden solche Aktionen zur Weihnachtszeit statt; während Corona ist Singen nur im Freien möglich, wenn das Gelände des Altenheimes es hergibt.

Gitarre

Das „Haus LeNa“ steht für „Lebendige Nachbarschaft“ im neuen Künstlerinnenviertel von Wiesbaden auf dem Gelände des alten Güterbahnhofes. Zwei Etagen bieten 24 pflegebedürftigen Menschen ein Zuhause, und gerne rollerte das Pflegepersonal die Menschen vor die offene Glasscheibe des Erdgeschosses und auf den Balkon des Obergeschosses, bevor wir nicht nur Evergreens sangen wie „Wenn wir erklimmen“, „Griechischer Wein“ oder „Die Gedanken sind frei“. Auch das Naturfreunde-Freundschaftslied („Wir wolln uns auch mit Menschen andrer Länder gut verstehn“) und das Lied vom Baum vor dem Haus, der den Mut nicht verliert, bereitete viel Freude, es wurde mitgesungen und Beifall geklatscht.

Für unsere Mitsängerin zum Geburtstag sangen wir „Für Dich solls rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef. Und noch ein Rosenlied sei erwähnt, das 1912 bei einem Textilarbeiterinnenstreik in den USA entstanden ist: „Brot und Rosen“. Hier steht Brot für die elementaren Bedürfnisse, während die Rosen für das stehen, was Menschen auch gerade in Coronazeiten sonst noch brauchen: Kultur, Freude und Würde.

Galerie